GLÜCK ZU! heißt der Müllergruß und hat seinen Ursprung in der Zeit, als die freigesprochenen Müllergesellen auf Wanderschaft gingen und das Glück von Mühle zu Mühle trugen. Auf der Wanderschaft gab es bestimmte Rituale, zu denen auch die Begrüßung zählte. Der Glückwunsch sollte Müller und Mühle vor Unheil bewahren, bedeutete aber auch „Glück zu auf allen Wegen!“ - sowohl bei der unsicheren Wanderschaft als auch eine glückliche Hand im Umgang mit der Mühlentechnik. Der Gruß wurde somit auch zum Abschied gesprochen, wenn der Müllerbursche zur nächsten Mühle weiterzog. 

 

Glück konnte auch der Müller selbst gut gebrauchen. Hochwasser drohte dem Anwesen, Mühlsteine konnten sich im schnellen Lauf erhitzen und sogar auseinanderreißen und Antriebsräder konnten brechen, denn alles unterlag ständig einer hohen Beanspruchung. Auch der Arbeitsalltag war schwer. Es wurde gearbeitet, wenn es die Bedingungen zuließen. Tag und Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen, wo sonst die Arbeit ruhte, Zwangspausen drohten immer. Der Sommer ließ das Wasser knapp werden, der Winter ließ es zu Eis erstarren.

Einer der größten Feinde des Müllers aber war der Bär...so wurde eine Verstopfung in den verwinkelten Holzrohren genannt, durch die das Mahlgut abgeleitet wurde. Ein „Bär“ in der Mühle hatte nicht selten verhängnisvolle Folgen. Schaffte es der Müller nicht rechtzeitig, das Rohr wieder freizumachen und den Bären auszutreiben, konnte es passieren, dass das Holz durch die Reibung Feuer fing und die ganze Mühle abbrannte. Ebenso der ständig vorhandene feine Mehlstaub, der durch Selbstentzündung explodieren konnte. So hat der Müller im Laufe von Generationen einen geschärften Sinn entwickelt, um aus der vielfältigen Geräuschkulisse von Rütteln und Schütteln, Klappern, Knarren, Knattern, Knirschen, Ächzen, Brummen, Heulen, Rauschen, Klopfen und Summen Gefahren und Abnormalitäten zu erkennen.

 

Auch glaubte man noch lange Zeit, Gefahren durch Anbetung der Schutzheiligen abhalten zu können. Das am Montanastbach neben der Mühle stehende Bildstöckle ist dem heiligen Johannes von Nepomuk gewidmet. Er ist einer der wenigen Heiligen, der durch seine verbreitete Präsenz im Land doch noch vielen Menschen einigermaßen geläufig ist. Zum Schützer in Wassergefahren prädestinierte ihn das Ende seines Martyriums, sein Tod durch Ertränken in der Moldau.

 

Um 1350 wurde Johannes Welflin (auch Wölflin) im böhmischen Pomuk (tschechisch Nepomuk) als Sohn eines wahrscheinlich deutschen Amtsmannes geboren. Er wurde 1370 Kleriker und öffentlicher Notar der erz- bischöflichen Gerichtskanzlei in Prag, 1380 Priester, studierte dann in Prag und Padua die Rechte und war ab 1389 Kanonikus am Prager Dom und Generalvikar des Erzbischofs Johannes von Jenzenstein. Diese Tätigkeit brachte ihn in Konflikt mit König Wenzel IV., der gewaltsam kirchliche Angelegenheiten in seinem Sinne lösen wollte. Der Generalvikar, der als einziger Nichtadeliger in der höheren bischöflichen Verwaltung für den König leichter angreifbar war, wurde gefangen genommen, gefoltert und anschließend von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau gestürzt. Zahlreiche Legenden bildeten sich bald, die bekannteste ist wohl jene, dass Johannes von Pomuk als Beichtvater der Königin vom Herrscher zu Tode gebracht wurde, weil er nicht verraten wollte, was dessen Frau gebeichtet hatte. Als Zeichen seines Martyriums trägt er oft die Märtyrerpalme. Auch die fünf Sterne, die seinen Nimbus und oft auch die Sockel der Statuen zieren, gehen auf diese Ereignisse zurück. Dort, wo man seinen Leichnam in der Moldau fand, sollen Lichter in Form von Sternen geleuchtet haben.

 

Der heilige Johannes von Nepomuk galt in der Barockzeit als Helfer in sehr unterschiedlichen Angelegenheiten. Am häufigsten wurde er als Hüter der Ehre und des guten Rufes, als Retter gegen Verleumdung angerufen. Heute ist er als Patron gegen Wassergefahren am bekanntesten, wobei er den im Mittelalter dafür „zuständigen“ Nikolaus von Myra weitgehend abgelöst hat. Auf Grund seines Martyriums wurde Johannes von Nepomuk zum Patron der Flüsse, Brücken und aller Berufe, die mit Wasser zu tun hatten...Schiffer, Flößer, Fischer und eben auch dem Müller und seiner Mühle.

Das Müllerwappen zeigt die für einen Müller notwendigen Dinge, die er bei seiner Arbeit zu beachten hatte. Die beiden in eine Zahnrad greifenden Löwen symbolisieren die notwendigen großen Kräfte, wie Wasser oder Wind. Der gespreizte Zirkel macht deutlich, dass im Müllerhandwerk ein hohes technisches Wissen für eine einwandfreie, abgestimmte Funktion der sich der bewegenden Teile (Lager, Mühlstein usw.) erforderlich ist. Die beiden Ähren zeigen bildlich, dass zu bearbeitende Getreide. 

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